10 Fragen an ASTRA-Direktor Jürg Röthlisberger zum automatiserten Fahren (3/10)

Die intelligente Mobilität kann ihr Potenzial erst ausschöpfen, wenn die Autos untereinander vernetzt sind. Können Sie dies erläutern?

Vollautomatisierte Fahrzeuge sind in der Lage, vollkommen eigenständig zu fahren. Die fahrzeugeigenen Sensoren liefern alle dafür nötigen Informationen: Sie lesen die Signale, messen die Strassenbreite, erkennen Hindernisse, „sehen“ Mittellinien usw. Dies bedingt, dass jedes Fahrzeug alle denkbaren Situationen selbständig kennen bzw. „erlernen“ muss. Um die hohe Verkehrssicherheit als auch den Verkehrsfluss weiterhin zu gewährleisten, ist eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur notwendig. Darunter versteht man, dass Daten, welche ein Fahrzeug produziert, nicht nur in diesem Fahrzeug verwendet, sondern ausgetauscht werden. Dabei geht es nicht um Bewegungsprofile oder persönliche Daten der Fahrzeuginsassen sondern um unpersönliche Informationen betreffend Tempo, Fahrzeugabstand, Verkehrsdichte usw. Der Austausch dieser Daten enthält beträchtliches Potenzial für eine effizientere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten sowie für die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Zudem sind positive Auswirkungen durch gleichmässigeres Fahren bezüglich Umweltschutz zu erwarten (Lärm, Luft). Eine Vernetzung ist schon heute Realität, beschränkt sich aber auf den jeweiligen Hersteller: Viele konventionelle Fahrzeuge liefern Daten an ihre Hersteller, Navigationsgeräte kommunizieren mit ihren Dienstleistern und automatisierte Fahrzeuge werden laufend im Austausch mit ihren Herstellern aufdatiert.

Jürg Röthlisberger

Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA)

Veröffentlichung:
10. Juli 2017

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