Automatisiertes Fahren als Strukturveränderung

Die Einführung des automatisierten Fahrens wird die bisherige Struktur des Automobilmarktes entscheidend verändern.

Gemeinhin könnte man die Entwicklungen beim automatisierten Fahren als eine weitere Entwicklungsstufe der bisher schon im Auto vorhandenen Sicherheits- und Assistenzsysteme sehen. Doch schon jetzt ist absehbar, dass das automatisierte Fahrzeug unsere bisherigen Erfahrungen mit der automobilen Welt komplett auf den Kopf stellen wird und nachhaltig verändert. Schon heute fahren Autos von Googles Tochter Waymo durch die USA, wohlgemerkt eine Firma, welche als Suchmaschine im Internet startete. Auch das chinesische Pendant zu Google, Baidu, ist stark engagiert im automatisierten Fahren. Doch diese Beispiele sind nicht die Einzigen.

Es ist immer mehr festzustellen, dass Technologiekonzerne auch zu Zulieferern werden. Schon in einem der letzten Newsletter haben wir die Firma NVIDIA betrachtet, deren Technik in fast jedem automatisierten Fahrzeug verbaut ist. Google, NVIDIA und Baidu werden also immer mehr zu Zulieferern im Automobilsektor. Gleichzeitig betreiben die klassischen Autohersteller schon lange nicht mehr ein reines Autogeschäft und verkaufen nur ihre Fahrzeuge. Immer mehr präsentieren sich die Autohersteller als Mobilitätsanbieter und bieten neben den Autos vermehrt Mobilitätsdienstleistungen, wie Sharingangebote, Fahrdienste und Mobilitätsplattformen an. Dabei stossen sie schon heute auf neue Anbieter wie Uber oder Didi, welche dasselbe anbieten. Es wird spannend sein, wer sich an diesem Markt mit welcher Plattform durchsetzen wird.

Was ändert sich für den Kunden? Eine grosse Frage ist, ob der Privatbesitz eines Automobils noch länger als Standardmodell unserer heutigen Mobilität weiter bestehen wird. Die Mobilitätsplattformen bieten den Vorteil verschiedene Modelle zu benutzen, sich keine Gedanken mehr über deren Wartung und Service zu machen und preistransparente Angebote zu erhalten. Man entscheidet sich also mithin nicht für ein Modell, sondern für einen Anbieter.

Auch untereinander werden die Automobilhersteller zu Zulieferern werden müssen. Einerseits erfordern die hochspezialisierten Systeme einen Austausch untereinander. Andererseits ist die wichtigste Voraussetzung für die Durchsetzung des automatisierten Fahrens, dass die Fahrzeuge der verschiedensten Hersteller untereinander fehlerfrei kommunizieren. So muss ein Mercedes seine Daten genauso an einen anderen Mercedes weitergeben, wie auch an einen Ford oder Volkswagen. Hier wird man sich auch auf einheitliche Standards einigen müssen.

Schliesslich werden in einer automatisierten Welt Fahrzeugwerte wie PS, Beschleunigung oder Fahrzeuggeräusche weniger wichtig werden. Dafür treten andere Werte in den Vordergrund: Zuverlässigkeit des Mobilitätsdienstes, Verfügbarkeit, Komfort beim Transport, Zusatzdienstleistungen.

Die Strukturveränderung durch das automatisierte Fahren steht heute schon vor unserer Tür, aber es zeichnen sich schon jetzt die damit einhergehenden gewaltigen Veränderungen ab. Lassen Sie sich dabei begleiten von www.auto-mat.ch.


Veröffentlichung:
31. Juli 2018

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