Daimler und Bosch setzen auf Nvidia

autonomer Shuttle-Service für 2019 im Silicon Valley geplant

Daimler und Bosch setzen auf Nvidia – der OEM und der Zulieferer machen gemeinsame Sache, wenn es um das vollautomatisierte und fahrerlose Fahren in der Stadt geht. Dafür haben die beiden Firmen jetzt die erforderliche Rechenpower für ihr Fahrsystem definiert. Zudem wurde der US-Techkonzern Nvidia als Lieferant für die benötigte KI-Plattform ausgewählt. Ein vollautomatisierter Shuttle-Service ist für 2019 im Silicon Valley geplant. Wird BMW indirekter Nutznießer dieser Entwicklung?

Rechenleistung aus den USA

Zum Lieferumfang von Nvidia gehört, laut einer Pressemitteilung von Bosch, neben der sogenannten Drive-Pegasus-Plattform mit leistungsfähigen KI-Prozessoren auch Betriebssoftware. Darauf laufen die von Bosch und Daimler mit maschinellen Lernverfahren erzeugten Algorithmen für die Fahrzeugbewegung. Insgesamt soll der Steuergeräteverbund eine Rechenkapazität von Hunderten Billionen Rechenoperationen in der Sekunde möglich machen. Das entspricht wohl der Leistung von mindestens sechs zusammengeschalteten, hochmodernen Computer-Arbeitsplätzen. Bosch und Daimler sicherten sich auch dauerhaft die Kompetenzen von Nvidia bei der Entwicklung der Plattform.

Auswertung der Sensordaten

Für das automatisierte Fahren wird eine vielseitige, redundante Systemarchitektur für das höchste Level an funktionaler Sicherheit benötigt. Diese Anforderungen muss auch der Steuergeräteverbund erfüllen. Hier laufen zum Beispiel die Informationen der verschiedenen Umfeldsensoren mit Radar-, Video-, Lidar- und Ultraschall-Technik zusammen. Ein Videosensor, wie die Stereo-Videokamera von Bosch, erzeugt zum Beispiel pro gefahrenem Kilometer allein 100 Gigabyte Daten. Der Steuergeräteverbund führt die Daten aller Umfeldsensoren zusammen – auch Sensordatenfusion genannt –, wertet sie innerhalb von Sekundenbruchteilen aus und plant darauf aufbauend den Fahrweg des Fahrzeugs. Das ist vergleichbar schnell wie ein Schmerzreiz beim Menschen, der zwischen 20 und 500 Millisekunden braucht, bis er im Gehirn ankommt. Um maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erreichen, werden die erforderlichen Rechenoperationen in verschiedenen Schaltkreisen parallel durchgeführt. Für den unwahrscheinlichen Fall einer Störung kann damit blitzschnell auf diese parallelen Rechenergebnisse zurückgegriffen werden.

Veröffentlichung:
12. Juli 2018

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